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The Division: Martin Hultberg’s Einsatz vor Ort

Vor Ort in New York

Mit Tom Clancy’s The Division möchten die Entwickler von Massive Entertainment ein möglichst akkurates Abbild von New York schaffen, das dem Original in nichts nachsteht. Dabei ist eines unabdingbar: Recherche vor Ort. Und so erzählt uns Martin Hultberg, seines Zeichens IP Developer, im neusten Intelligence Annex von seiner Reise in die Staaten. Hier sind die Eindrücke eines echten Schweden im Big Apple.

Martin: Ein jedes Tom Clancy Spiel bedarf viel Recherche. The Division ist da keine Ausnahme, jedoch anders. New York ist eine der größten Städte der Welt und keinesfalls flach wie ein Spielbrett, sondern besitzt eine solch dichte Vertikalität mit der kaum ein anderer Ort mithalten kann. Um das Gefühl von New York gebührend einzufangen, muss man einfach selbst vor Ort sein. Die Straßen entlang laufen, den Untergrund erforschen, diverse Orte erkunden und dabei die Essenz der Stadt, die niemals schläft absorbieren.

Bei einem unserer letzten Trips haben wir uns die Zeit genommen Manhattan zu erkunden. Über mehrere Tage hinweg haben wir uns Orte mit Schlüsselcharakter angesehen, flogen mit Hubschraubern über die Stadt, sprachen mit interessanten Leuten und gaben unser Bestes, um hinter die Kulissen zu blicken und das unbekannte New York zu erforschen. Wir hatten ziemliches Glück – es war Januar, das Wetter passte zu unserem Spiel und der anstehende Super Bowl bedeutete sehr hohe Sicherheitsmaßnahmen. Es fühlte sich fast so an, als wären Teile der Stadt unter Belagerung.

Das erste, was mir aufgefallen war, nachdem wir die Brooklyn Bridge überquerten, war, wie klein man sich doch fühlt, wenn man von solch hohen Gebäuden umgeben ist. Ich habe mittlerweile einige Stunden damit verbracht, über Katastrophen und wie man sie überleben könnte nachzudenken. Lasst mich euch sagen, ich möchte nicht in einer modernen Stadt gefangen sein, die aus den Fugen gerät. So viele Orte aus denen man angegriffen werden kann, so wenige Orte sich zu verstecken. Die geraden Straßen bieten große Sichtweiten und machen sicheres Bewegen schwierig. Die vielen Autos und Baustellen lassen Staus (sog. „Gridlock„) in nur wenigen Minuten entstehen; sogar zu normalen Zeiten. Von all den Autos die ich sah, waren viele Servicefahrzeuge oder Transporter – Dinge, die permanent gebraucht werden, um die Stadt am Leben zu halten. Das Herzblut eines künstlichen Koloss. Es fiel mir leicht sich vorzustellen, wie schnell das alles den Bach runtergehen könnte.

Viele New Yorker scheinen nahezu leere Kühlschränke zu besitzen, fast jede Mahlzeit – vom Frühstück bis zum Abendessen – wird in Cafés, Diners oder Restaurants gegessen. Was wäre, wenn sie alle schließen würden oder keine Vorräte mehr hätten? Im Winter platzen regelmäßig Rohrleitungen auf und überfluten die Straßen. Was wäre, wenn diese niemand mehr reparieren würde? Es gibt Polizisten an jeder Ecke, die den Verkehr dirigieren oder einfach nur Präsenz zeigen. In deren Abwesenheit käme es schnell zu verstopften Kreuzungen. Was wäre, wenn kein Einziger von ihnen da wäre? Wie ich sagte, kein schöner Ort an dem man sein möchte, wenn die Kacke am Dampfen ist.

In Bezug auf interessante Orte gab es jede Menge davon. Wusstet ihr zum Beispiel, dass an der West Side zu jeder Zeit ein Flugzeugträger parkt, der nun als Museum dient? Es ist schwer die majestätische Atmosphäre von Orten wie der Grand Central Station zu spüren, wenn man nicht gerade dort ist, um genau das zu tun. Der Central Park ist ein weiteres Juwel und bietet einen großen Kontrast vor allem im Winter; nicht zuletzt dank der tollen Einheimischen.

Für mich sind zwei Erlebnisse besonders hervorzuheben: Der Flug mit dem Hubschrauber über Manhattan und das Erkunden eines der Gebäude der Hauptfraktion, das wir vor unserem Ausflug als solches ernannt haben. Der Rundflug ermöglichte uns einen fantastischen Blick über die Stadt und begann mit einem Überflug von Governors Island (was uns als Schauplatz in World in Conflict diente(!)). Dann sind wir Richtung Norden abgedreht, flogen vorbei an der Freiheitsstatue und entlang der Westseite Manhattans. Es war sehr interessant die Stadt von oben zu sehen nachdem wir zunächst einige Tage auf dem Boden verbrachten. Als der Pilot über die Stadt flog stellte ich mir vor, wir würden über unsere Version von New York schweben. Es war einfacher von hier oben, wo die Details nicht so klar zu erkennen sind. Etwas weiter weg patrouillierten zwei Black Hawks in Vorbereitung auf den Super Bowl. Der Hubschrauber drehte dann ab und flog zurück Richtung Süden und landete schließlich am Helipad. Ich bin kein Fan von Hubschraubern, aber das war eine der besseren Erlebnisse mit den rotierenden Flügeln. Das Fraktionsgebäude zu besichtigen war ebenfalls sehr spannend; es fühlte sich an als würden wir hineinschleichen. Wir hatten dort nichts Bestimmtes vor und es war auch kein gesperrter Bereich, doch waren wir stets ein wenig besorgt, die privaten Sicherheitsleute könnten uns rauswerfen. Doch wir haben es geschafft uns einen Einblick zu verschaffen und haben nun eine erste Idee für das Zuhause einer Fraktion, an der wir viele Wochen sehr hart gearbeitet haben. Eine tolle Zeit!

Wir können nur hoffen, dass unsere Arbeit der Stadt gerecht wird und sich unsere Besuche auszahlen. Am Ende, schätze ich, werdet ihr darüber urteilen. Bis dahin, bleibt gespannt!

Spielwelt von Anfang an frei zugänglich

Spielwelt frei begehbar

Schon seit der offiziellen Ankündigung ist bekannt, dass der Online-Rollenspiel-Shooter Tom Clancy’s The Division eine offene SpielweltNew York – bieten wird. Allerdings war bisher nicht genau bekannt, ob es bezüglich der Erkundung gewisse Einschränkungen geben wird. Dazu nahm jetzt Ryan Barnard von Ubisoft Massive im Gespräch mit dem Magazin EDGE Stellung.

Demnach wird die Welt von Beginn an frei begehbar sein. Allerdings kann und wird es dabei mehrmals vorkommen, dass die Spieler mit ihren Charakteren bei den Erkundungsgängen auf Gegner treffen, die deutlich stärker sind als sie selbst. Das Level der Feinde ist demnach nach von Beginn an festgelegt, so dass einige Gebiete zu Beginn zwar prinzipiell zugänglich aber in der Praxis nicht wirklich begehbar ist – zumindest nicht ohne das Risiko eines schnellen Bildschirmtods einzugehen. Geht es nach Barnard, gehören diese Erfahrungen zum Erlebnis eines Rollenspiels dazu.