Kolumne: The Division 2 oder Jahr 3? Ich will beides!

Kolumne

Zukunft?

Während wir uns aktuell im zweiten Jahr des Lebenszyklus von Tom Clancy’s The Division befinden, lässt der kürzlich veröffentlichte Finanzbericht von Publisher Ubisoft viel Spielraum für Spekulationen und wilde Theorien um die Zukunft des MMO-Rollenspiel-Shooters. Denkbar wären sowohl ein direkter Nachfolger als auch ein drittes Jahr mit neuen Inhalten für Teil eins. Ich persönlich würde beides bevorzugen.

The Division ist nicht nur eine neue, auf viele Jahre ausgelegte Marke, sondern auch der erfolgreichste Titel des französischen Publishers. Dass wir uns noch am Anfang der Reise befinden, dürfte jedem klar sein. Andernfalls gäbe es kein zweites Jahr, keinen Kinofilm und keine Stellenausschreibungen bei Massive mit Bezug auf The Division. Doch wie könnte sich die Zukunft des innovativen Titels gestalten?

The Division 2

Ein zweiter Teil der Reihe ist mehr als wahrscheinlich und erscheint zumindest im ersten Moment als die einzig logische Konsequenz, denkt man an die vergangenen Monate. Nach dem Release startete man steil durch und verlor leider schnell an Tempo. Unzulänglichkeiten im Spieldesign und zahlreiche Bugs sorgen teils noch heute für Kopfschütteln. Zwar haben die Entwickler schon jede Menge Korrekturen vorgenommen und mit Update 1.4 den Karren aus dem Dreck gezogen, doch völlig reibungslos läuft es noch immer nicht.

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Gut möglich, dass der Aufwand für tiefgreifende Korrekturen zu groß ist und gleichzeitig zu viele Ressourcen vernichten würde. Eine komplette Neuentwicklung inklusive der nun gesammelten Erfahrung mit dem Vorgänger könnte die effizientere Lösung sein. Interessanterweise kündigte Ubisoft für das kommende Geschäftsjahr vom 1. April 2018 bis zum 31. März 2019 vier neue AAA-Titel an. Drei davon basieren auf bestehenden Franchises, der vierte Titel wird eine komplett neue Marke schaffen. Das Avatar-Spiel, an dem Massive parallel mit einem zweiten Team arbeitet, erscheint nicht vor 2020.

Nachdem dieses Jahr FarCry 5, ein neues Assassin’s Creed, The Crew 2 und South Park: Eine rektakuläre Zerreißprobe erscheinen, könnten man mit The Division 2 in 2018 durchaus an den Start gehen. Gleichzeitig hätte man dann noch genug Luft, um auf die Konkurrenz – namentlich in der Form von Destiny 2 – zu reagieren. Doch reicht die Zeit für eine komplette Neuentwicklung ohne Kinderkrankheiten, durchdachtem Netcode und mehr Inhalten, die langfristig fesseln können?

Jahr 3

Auch wenn wir – vor allem in Hinblick auf Update 1.8 – noch nicht so viel über Jahr 2 wissen, erscheint selbst ein drittes Jahr nicht unwahrscheinlich. Die Entwickler haben mit den Updates 1.4, 1.5 und 1.6 zuletzt sehr viel Energie in die Kernerfahrung gesteckt und The Division an vielen Stellen verbessert. Sei es die allgemeine Balance, das Loot nebst Waffen und Gear Sets oder die Dark Zone. Unternimmt man solch große Anstrengungen, wenn man das Spiel nach zwei Jahren abschreiben will?

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Geht es nach den Worten von Ubisoft’s CEO Yves Guillemot im Finanzbericht, werden die Franzosen zukünftig verstärkt auf neue Inhalte für bestehende Titel setzen, anstatt neue Spiele auf den Markt zu werfen. So hat nicht nur der Umsatz mit digitalen Verkäufen das Retail-Geschäft überholt, man erkennt zudem einen starken Anstieg von Umsätzen, die durch wiederkehrende Spieler entstehen. Der stetige Ausbau bereits veröffentlichter Spiele wird damit ein immer lukrativeres Geschäft. Das bestätigt auch The Division, das im Ranking der wiederkehrenden Umsätze den dritten Platz belegt. So verzeichnet das Tom Clancy Universum momentan 44 Millionen Spieler, 150% mehr als noch vor 18 Monaten.

Der Plan, neue Inhalte über längere Zeiträume für ein und dasselbe Spiel zu veröffentlichen, stand schon länger im Raum. Ubisoft hat erkannt, dass es mehr Sinn macht, Spieler länger an einen Titel zu binden, anstatt die Community zu zerreißen. Das Argument greift auch bei The Division. Gerade wenn man viel Zeit in ein Spiel investiert, das davon lebt, alles bis ins letzte Detail zu optimieren, kann es am Ende die klügere Strategie sein, die Lebensspanne zu erhöhen.

Ich will beides!

Zugegeben, auch ich verbringe weniger Zeit in Manhattan als noch vor einigen Monaten. Trotzdem habe ich noch jede Menge Spaß und bin fast täglich am Start. Grundsätzlich bin ich einem Nachfolger gegenüber freudig gestimmt. Der muss dann aber richtig einschlagen, genug Content bieten und darf sich keine Fehler mehr erlauben. Daher ist es entscheidend, dass sich Massive genug Zeit nimmt und The Division 2 erst dann auf uns Hobby-Agenten loslässt, wenn es wirklich fertig ist.

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Und genau da kommt Jahr 3 ins Spiel. Die für mich optimale Lösung wäre, die Spieler im dritten Jahr mit weiteren Updates bei der Stange zu halten und im Hintergrund am Nachfolger zu arbeiten. Dass man dann auch in Jahr 3 nicht unbedingt mit einer Erweiterung der Spielwelt oder Fortführung der Story rechnen darf, macht mir nichts aus. Die Welt ist riesig und noch immer recht leer. Es gibt genug Enden und Ecken, die man mit frischen Inhalten und sinnvollen Neuerungen füllen kann. Die Community hat schon in der Vergangenheit unzählige gute Ideen geäußert.

Liebes Team von Massive, was auch immer ihr für das Franchise plant, macht es bitte richtig und nicht übereilt. Die Spieler werden es euch danken. Ein zweiter Teil in 2018? Gerne! Ein drittes, vollwertiges Jahr? Gerne! Ein drittes Jahr und The Division 2 erst in 2019? Noch viel lieber!

So long, euer

jackennils