Kolumne: The Division und Gevatter Zufall

Kolumne: Zufall in The Division

Spieler laufen hunderte Male ein und dieselbe Mission in der Hoffnung auf ein benanntes Item, suchen wie verrückt nach einer bestimmten Waffe oder rollen einen Gegenstand dutzende Male, um das favorisierte Attribut in seiner bestmöglichen Ausprägung zu erhalten. Meistens scheint es Gevatter Zufall nicht gut mit den Division Agenten zu meinen. Doch wie fair oder unfair ist denn nun das Zufallsprinzip von Tom Clancy’s The Division?

Dropchancen

„Ich bin jetzt schon 300 mal Lexington gelaufen und habe diese verdammte Weste immer noch nicht bekommen.“ So in etwa lauten derzeit viele Kommentare in der Community, wenn es um die benannten Ausrüstungsteile geht, die mit Update 1.5 Einzug ins Spiel hielten. Gerade Barrett’s kugelsichere Weste ist sehr begehrt. Dabei wird das Item entweder am Ende der Lexington Event Center Mission von Larae Barrett höchstpersönlich gedroppt oder es versteckt sich in einem Einsatzleistung-Behälter. Während einige Spieler die Weste bereits mehrfach erhielten, warten andere noch immer auf den ersten Drop. Da stellt sich natürlich die Frage nach den Droprates und auch der Existenz einer gewissen Form von Gerechtigkeit.

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Letztere können Spieler von Spielen wie The Division schon mal komplett vergessen. Das Prinzip baut auf dem puren Zufall auf. Seltene Items besitzen in der Regel eine sehr niedrige Chance gedroppt zu werden. Im Falle der benannten Items sprechen wir von 1% bei den jeweiligen Bossen und 0,4% für die versiegelten Behälter. Das zumindest wollen findige Spieler dem Programmcode entnommen haben. Eine offizielle Aussage zu diesem Thema seitens der Entwickler gibt es nicht.

Doch auch mit diesem Wissen sollte jedem bewusst sein, dass man Barrett’s Weste möglicherweise niemals bekommt. Die Rechnung, dass bei einer Dropchance von 1% das Item spätestens nach 100 Durchläufen der Mission für den Spieler abfallen muss, ist schlichtweg falsch. Vielmehr bedeutet sie: Bei jedem Versuch beträgt die Chance 1%. Somit könnte man Lexington auch 1 Million mal absolvieren und trifft bei jedem Versuch die 99%, in denen die Weste nicht droppt. Zufall eben.

Zufall Stufe 2

Wenn sich ein solches Item erst mal im Besitz des Agenten befindet, heißt das noch lange nicht, dass es auch gut ist. Denn auch die einzelnen Attribute fallen zufällig aus. Befindet sich Ausdauer, Schusswaffen oder Elektronik auf dem Item? Bietet es Rüstung oder doch nur Schutz vor Elite? Diese zweite Stufe des Zufalls lässt so manche Spieler auch nach mehreren erhaltenen Westen weiterhin durch das Event Center laufen und vielleicht auch verzweifeln.

Und selbst wenn ein Item richtig starke Werte besitzt, besser geht immer, wie die intensive Nutzung der Verbesserungsstation im Terminal zeigt. Ob diese ihren Namen wirklich verdient hat, möchte ich an dieser Stelle nicht beurteilen, doch so ziemlich jeder kennt das Prozedere. Man gibt Millionen aus – nicht, dass diese knapp wären – für geringe oder am Ende sogar gänzlich ausbleibende Verbesserungen. Zufall eben.

Ungleichgewicht

Ebenfalls heiß diskutiert wird die Verteilung des Loot über die einzelnen Sets hinweg. Während ein Spieler verzweifelt Ruf-der-Wache-Knieschoner sucht, warten andere sehnlichst auf einen AlphaBridge-Rucksack. Doch wie schaut die Verteilung eigentlich aus? Existiert eine Gewichtung? Gefühlt würden einige Spieler diese Frage sofort mit einem klaren Ja beantworten; doch ist das wirklich der Fall? Reddit-User Tactical-1776 hat eine interessante Aufstellung erstellt. Er hat die seit Update 1.5 für ihn angefallenen Lootdrops, ganze 500 an der Zahl, fein säuberlich notiert und nach Typ sowie Set sortiert. Herausgekommen ist folgende Verteilung:

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Banshee fiel für ihn am häufigsten, Zeichen des Prädators am seltensten. Zudem scheint er ein Faible für Knieschoner zu haben. Doch was sagt diese Aufstellung nun über die Verteilung des Loots aus? Bis auf kleinere Ausreißer nach oben und unten ist das Ergebnis eine ziemlich homogene Sache. Eine klare Benachteiligung oder Bevorteilung einzelner Sets oder Teile ist nicht auszumachen. Zufall eben.

Fazit

Ist ein Prinzip, wie es in The Division zum Einsatz kommt nun fair oder unfair? Ich sage, Zufall kann von Natur aus nicht fair oder unfair sein. Doch ist er wichtig für derlei Spiele. Im Endgame geht es letztlich nur noch darum, das Bestmögliche aus der eigenen Ausrüstung herauszuholen. Oftmals sind nur noch Nuancen möglich. Je näher man der perfekten Ausrüstung kommt, desto geringer sind die Chancen bei einer auf dem Zufallsprinzip basierenden Mechanik besseres Loot zu erhalten.

Vielleicht sollte man das vermeintliche Pech sogar positiv sehen. Man ist bereits so gut aufgestellt, dass es selbst für den Zufall schwierig wird, den Spieler zu belohnen. In allen anderen Fällen fehlt vermutlich einfach das nötige Quäntchen Glück. Dagegen hilft nur eins: Dran bleiben!

Ich wünsche allen Agenten da draußen viel Loot-Glück; möge der Zufall auch in 2017 mit euch sein. An dieser Stelle schon mal einen guten Rutsch ins neue Jahr. Gehabt euch wohl!

Euer

jackennils