The Division angespielt: Eindrücke aus der Dark Zone

The Division angespielt

Dank der Teilnahme am Ubisoft Starplayer Programm durfte ich eine geniale Woche in Los Angeles verbringen. Highlight war sicherlich am Dienstag nach über zwei Jahren endlich einmal selbst Hand an Tom Clancy’s The Division anzulegen. Hier sind meine Eindrücke zum Spiel.

Der Übersichtlichkeit halber werde ich meine Ausführungen in mehrere Blöcke aufteilen. Den Ablauf der Demo zu erklären dürfte nicht nötig sein. Wer sich nochmal informieren möchte, wird hier fündig.

Rahmenbedingungen

Gespielt habe ich die E3 Demo, wie man sie aus dem Gameplayvideo oder dem Walkthrough kennt. Location war die exklusive Uplay Lounge im obersten Stockwerk des US Bank Towers auf über 300 Metern Höhe mit einer genialen Aussicht und abseits des Trubels der E3. Spielbar war – wie auf der Messe – die Xbox One Version, die auch tatsächlich auf einer Xbox One lief. Drei Teams bestehend aus je drei Mann auf der Jagd nach seltenem Loot.

Grafik

Dass The Division nicht so aussehen würde, wie im ersten Trailer von der E3 2013, war abzusehen. Schließlich war das eine rein zu demonstrativen Zwecken erstellte Demo und nicht das eigentliche Spiel. Doch was ich gesehen habe hat mir für eine sehr frühe Xbox One Version ganz gut gefallen. Die Auflösung dürfte zwar kaum 1080p gewesen sein, doch Effekte, Animationen, Leveldesign und die irre Detailverliebtheit (die Kapuzen der Agenten wehten im Wind) hinterließen mächtig Eindruck. Ein paar Ausnahmen gab es dann doch: Vor allem die Bodentexturen und Schatten könnten deutlich knackiger sein und Schnee wollte sich partout nicht auf meinen Schultern ansammeln. Von der langen Ladezeit ganz zu schweigen.

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Doch spätestens wenn man sich im Gefecht befindet, achtet man nicht mehr darauf. Der Spieler ist von diversen Eindruck schindenden Effekten umgeben. Einschusslöcher, zerplatzende Scheiben, explodierende Granaten, brennende Autos (und Spieler) und unzählige Schneeflocken, die vom Wind realistisch verweht werden. Abgerundet wird der optische Eindruck von coolen UI-Effekten beim Einsatz von Skills oder dem Öffnen der Loot-Kisten.

Obwohl die Xbox One das schwächste System der drei Plattformen ist, war die Framerate recht stabil. Leichte Ruckler und Lags sind in diesem Entwicklungsstadium nichts Ungewöhnliches. Wir sprechen immerhin noch von einer (Pre-)Alpha. Kurzum: The Division sieht richtig gut aus, die PC-Version dürfte aber nochmal deutlich zulegen können und hoffentlich auch werden. Man bedenke vor allem die Zusammenarbeit mit Nvidia.

Sound

Gespielt wurde mit einem Headset, weshalb man sich ohne größere Ablenkungen ein gutes Bild von der Klangkulisse machen konnte. Die Waffen klingen satt und realistisch, hallen in der Entfernung und auch die Ortung von Gegnern klappt prima. Doch auch in ruhigen Momenten weiß die Akustik zu überzeugen. Das Knarzen der Stiefel auf dem schneebedeckten Boden hörte sich nie besser an. Abgerundet wurde das Ganze vom – und ich bin ja schon von Anfang an ein großer Fan von ihm – hervorragenden Soundtrack von Ola Strandh. (Warum liegt der CE eigentlich kein Soundtrack bei?)

Steuerung

Die Steuerung hat mich doch ein wenig überrascht; und zwar im positiven. Ich spiele ausschließlich auf dem PC, bin bei Shootern und anderen Actionspielen klarer Verfechter von Maus und Tastatur. Meine Hände sind einfach nicht für Controller geschaffen und wenn ich doch mal ein Gamepad in die Hand nehme, dann nur um Fahrzeuge damit zu steuern. Nach der ersten Runde The Division fühlte ich mich bereits einigermaßen sicher und konnte diverse Gegner ins Jenseits befördern.

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Das Zielen funktioniert problemlos, Aktionen wie in Deckung zu hechten, selbige zu wechseln oder auf dem Boden zu rollen ist leicht zu bewerkstelligen. Die Buttonbelegung ist klug gewählt, einige Knöpfe sind mehrfach belegt, sodass ein kurzes, langes oder doppeltes Drücken verschiedene Funktionen ausführt. Die beiden Skills sind jederzeit bequem über die Bumper zu erreichen.

Gameplay

The Division ist ein Third-Person-Shooter mit Fokus auf deckungsbasiertem Gameplay, so viel ist bekannt. Und genau das bekommen wir auch. Deckung ist extrem wichtig, da man sonst rasch etliche Kugeln schluckt und ins Gras oder vielmehr in den Schnee beißt. Glücklicherweise funktioniert die Deckungsmechanik zuverlässig. Befindet man sich in der Nähe einer Deckungsmöglichkeit, leuchtet deren Fläche orange. Drückt man den A-Button geht der Charakter in Deckung. Um die Deckung zu wechseln genügt es eine andere Fläche anzusehen und den A-Button erneut zu drücken und zu halten wenn diese leuchtet, bis man dort Stellung bezogen hat. Simpel, intuitiv und sehr effektiv.

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In der Dark Zone geht es darum, seltenes und besonders wertvolles Loot zu finden und erfolgreich via Helikopter zu extrahieren. Versteckt ist das Loot unter anderem in Kisten, die – zumindest in der Demo – von Computergegnern bewacht wurden. Zunächst heißt es sich clever an die Burschen anzupirschen und dann – möglichst nach Absprache – zu erledigen. Doch beim Anspielen gelang das auch ohne spezielle Taktiken problemlos.

Hat man das Loot erst mal eingesammelt, macht man sich auf den Weg zur Extraktionszone wo erneut computergesteuerte Gegner, in diesem Fall wesentlich härter zu knackende Cleaner, auf das eigene Team warteten. Doch auch andere menschliche Spieler sind zu dieser Zone unterwegs und wollen die erbeuteten Items sichern. Trifft man auf diese Spieler, kann man entweder gemeinsame Sache machen oder auf sie schießen und so möglicherweise mit der gesamten Beute entkommen.

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In den ersten Runden war gut zu beobachten, dass erst mal alle wie wild um sich geschossen haben. Doch nach einiger Zeit wurde das Spiel taktischer und es bildeten sich erste Allianzen. Man merkte förmlich, wie die Entscheidungen schwerer fielen, was ich als sehr angenehm empfand, da das Prinzip sonst auf ein einfaches Team-Deathmatch reduziert werden würde. Besonders dann, wenn man mehr Loot bei sich trägt, dürfte die taktische Komponente richtig zum Tragen kommen.

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Die Extraktion gelang nicht oft, was aber auch an der Demoversion gelegen haben könnte. Das Areal war recht klein und auf temporeiche Action getrimmt. Verständlich, schließlich soll man in den wenigen Minuten die man zum Spielen hat auch möglichst viel sehen und erleben, auch wenn das Spiel dadurch ein wenig chaotisch anmutete. So gesehen bin ich sehr gespannt, wie sich die Gefechte im fertigen Spiel in der viel größeren Dark Zone anfühlen werden.

Erwähnenswertes

  • Die Charaktere waren Presets, das Anpassen oder Ändern der Skills konnte nicht getestet werden.
  • Neben einer Hauptwaffe gab es eine Zweitwaffe und eine Pistole.
  • Es kamen nur bekannte Skills zum Einsatz.
  • Der Rückstoß einiger Waffen war sehr stark. Gezielte Feuerstöße führen schneller zum Erfolg.
  • Einige neue Waffen waren zu sehen, die bereits in die Übersicht aufgenommen wurden.
  • Die Agenten trugen Ausrüstungsgegenstände der Riot- und Explorer-Sets.
  • Innerhalb des eigenen Teams gab es kein Friendly Fire.
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Probleme

Bis auf die erwähnten technischen Macken wie vereinzeltes Ruckeln und die lange Ladezeit lief diese frühe Version schon erstaunlich rund. Einmal habe ich es geschafft ein einen LKW hinein zu rollen, so dass ich nicht mehr heraus kam. Die Devs haben sich gefreut, dass ich einen Bug gefunden habe, mein Charakter wurde frisch gespawnt und weiter ging es.

Und eine Sache, die zwar nichts mit der Demo an sich zu tun hat, mir aber doch aufgefallen ist: Die Entwickler betonen stets, dass das Spiel zwar nicht zwingend realistisch aber zumindest plausibel sein soll. Denn wer ruft schon einen Helikopter, um ein paar Waffen auszufliegen? Bei den knappen Ressourcen?

Fazit

Die lange Wartezeit hat sich definitiv gelohnt. The Division fühlt sich schon jetzt sehr gut an und dürfte auf einem noch besseren Weg sein. Zumal die anstehende Beta sicherlich jede Menge konstruktives Feedback liefern wird, um die Gesamterfahrung abzurunden. Besonders freuen würde es mich, auch mal die PC-Version live sehen und spielen zu können. Vielleicht ja auf der gamescom in Köln, wer weiß. (Bitte, bitte!)

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Übrigens: Auch unsere Partner der PC Games waren in der Uplay Lounge, haben The Division gespielt und veröffentlichten einen ausführlichen Preview-Bericht. Lesen lohnt sich!